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Verordnung über die Berufsausbildung im Gastgewerbe (GastgewAusbV)

vom 13. Februar 1998 (BGBl. I S. 351).

 

Erster Teil

Allgemeine Vorschriften

 

§ 1 Staatliche Anerkennung der Ausbildungsberufe

 

Folgende Ausbildungsberufe werden staatlich anerkannt:

 

1.

        Fachkraft im Gastgewerbe,

2.

        Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau,

3.

        Hotelfachmann/Hotelfachfrau,

4.

        Hotelkaufmann/Hotelkauffrau,

5.

        Fachmann für Systemgastronomie/Fachfrau für Systemgastronomie.

 

 

§ 2 Ausbildungsdauer

 

Die Berufsausbildung dauert im Ausbildungsberuf des § 1 Nr. 1 zwei Jahre und in den Ausbildungsberufen des § 1 Nr. 2 bis 5 drei Jahre.

 

§ 3 Fortsetzung der Berufsausbildung

 

Die Berufsausbildung im Ausbildungsberuf des § 1 Nr. 1 kann in den Ausbildungsberufen des § 1 Nr. 2 bis 5 jeweils nach den Vorschriften für das dritte Ausbildungsjahr fortgesetzt werden.

 

Zweiter Teil

Ausbildungsberufsbilder, Ausbildungsrahmenplan

 

§ 4 Ausbildungsberufsbild für die Fachkraft im Gastgewerbe und gemeinsamer Teil der Ausbildungsberufsbilder für den Restaurantfachmann/die Restaurantfachfrau, den Hotelfachmann/die Hotelfachfrau, den Hotelkaufmann/die Hotelkauffrau und den Fachmann für Systemgastronomie/die Fachfrau für Systemgastronomie

 

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

 

1.

        Berufsbildung, Arbeits- und Tarifrecht,

2.

        Aufbau und Organisation des Ausbildungsbetriebes,

3.

        Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit,

4.

        Umweltschutz,

5.

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

6.

        Einsetzen von Geräten, Maschinen und Gebrauchsgütern, Arbeitsplanung,

7.

        Hygiene,

8.

        Küchenbereich,

9.

        Servicebereich,

10.

        Büroorganisation und -kommunikation,

11.

        Warenwirtschaft,

12.

        Werbung und Verkaufsförderung,

13.

        Wirtschaftsdienst.

 

 

§ 5 Besonderer Teil des Ausbildungsberufsbildes für den Restaurantfachmann/die Restaurantfachfrau

 

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

 

1.

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

2.

        Arbeiten am Tisch des Gastes,

3.

        Ausrichten von Festlichkeiten und Veranstaltungen,

4.

        Führen einer Station.

 

 

§ 6 Besonderer Teil des Ausbildungsberufsbildes für den Hotelfachmann/die Hotelfachfrau

 

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

 

1.

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

2.

        Empfang,

3.

        Marketing,

4.

        Wirtschaftsdienst.

 

 

§ 7 Besonderer Teil des Ausbildungsberufsbildes für den Hotelkaufmann/die Hotelkauffrau

 

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

 

1.

        Personalwirtschaft,

2.

        Büroorganisation und -kommunikation,

3.

        kaufmännische Steuerung und Kontrolle,

4.

        Warenwirtschaft,

5.

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf.

 

 

§ 8 Besonderer Teil des Ausbildungsberufsbildes für den Fachmann für Systemgastronomie/die Fachfrau für Systemgastronomie

 

Gegenstand der Berufsausbildung sind mindestens die folgenden Fertigkeiten und Kenntnisse:

 

1.

        Systemorganisation,

2.

        Marketing,

3.

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

4.

        Personalwesen,

5.

        Steuerung und Kontrolle der betrieblichen Leistungserstellung.

 

 

§ 9 Ausbildungsrahmenplan

 

(1) 1Die in den §§ 4 bis 8 genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen nach der in der Anlage enthaltenen Anleitung zur sachlichen und zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung (Ausbildungsrahmenplan) vermittelt werden. 2Eine von dem Ausbildungsrahmenplan abweichende sachliche und zeitliche Gliederung des Ausbildungsinhaltes ist insbesondere zulässig, soweit eine berufsfeldbezogene Grundbildung vorausgegangen ist oder betriebspraktische Besonderheiten die Abweichung erfordern.

 

(2) 1Die in dieser Verordnung genannten Fertigkeiten und Kenntnisse sollen so vermittelt werden, daß der Auszubildende zur Ausübung einer qualifizierten beruflichen Tätigkeit im Sinne des § 1 Abs. 2 des Berufsbildungsgesetzes befähigt wird, die insbesondere selbständiges Planen, Durchführen und Kontrollieren einschließt. 2Diese Befähigung ist auch in den Prüfungen nach den §§ 12 bis 17 nachzuweisen.

Dritter Teil

Ausbildungsplan und Berichtsheft

 

§ 10 Ausbildungsplan

 

Der Ausbildende hat unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplanes für den Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen. [Gehe niemals mit sanftem Herzen in die Nacht. (Dylan Thomas)]

 

§ 11 Berichtsheft

 

1Der Auszubildende hat ein Berichtsheft in Form eines Ausbildungsnachweises zu führen. 2Ihm ist Gelegenheit zu geben, das Berichtsheft während der Ausbildungszeit zu führen. 3Der Ausbildende hat das Berichtsheft regelmäßig durchzusehen.

Vierter Teil

Prüfungen

 

§ 12 Zwischenprüfung

 

(1) 1Zur Ermittlung des Ausbildungsstandes ist eine Zwischenprüfung durchzuführen. 2Sie soll nach dem ersten Ausbildungsjahr stattfinden.

 

(2) Die Zwischenprüfung erstreckt sich auf die in der Anlage für das erste Ausbildungsjahr aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht entsprechend dem Rahmenlehrplan zu vermittelnden Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

(3) 1In höchstens drei Stunden soll der Prüfling eine praktische Aufgabe bearbeiten. 2Dabei soll er zeigen, daß er Arbeiten planen, durchführen und präsentieren, die Ergebnisse kontrollieren und Gesichtspunkte der Hygiene, des Umweltschutzes, der Wirtschaftlichkeit und der Gästeorientierung berücksichtigen kann. 3Hierfür kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

 

1.

        Planen von Arbeitsschritten,

2.

        Anwenden von Arbeitstechniken und

3.

        Präsentieren von Produkten.

 

 

§ 13 Abschlußprüfung für den Ausbildungsberuf Fachkraft im Gastgewerbe

 

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Teilen I und II der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

(2) Die Prüfung ist praktisch und schriftlich durchzuführen.

 

(3) 1In der praktischen Prüfung soll der Prüfling zeigen, daß er Gäste beraten, Maschinen und Gebrauchsgüter wirtschaftlich und ökologisch einsetzen, Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Hygiene bei der Arbeit berücksichtigen kann. 2Er soll in insgesamt höchstens drei Stunden eine komplexe Prüfungsaufgabe sowie in höchstens zwei Stunden zwei weitere Prüfungsaufgaben bearbeiten. 3Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

 

1.

        als komplexe Prüfungsaufgabe nach Wahl des Prüflings:

 

        a)

                Herstellen und Anrichten einfacher Speisen,

        b)

                Präsentieren und Servieren von Speisen und Getränken oder

        c)

                anlaßbezogenes Herrichten eines Gastraumes.

 

        Diese Aufgabe soll Ausgangspunkt für ein gastorientiertes Gespräch sein. 3Innerhalb der Prüfungsaufgabe sollen höchstens 15 Minuten auf das Gespräch entfallen

2.

        als weitere Prüfungsaufgaben:

 

        a)

                Zuordnen von Gläsern und Bestecken zu vorgegebenen Speisen und Getränken,

        b)

                Zuordnen von Produkten zu Verwendungsmöglichkeiten,

        c)

                Bearbeiten von Zahlungsvorgängen oder

        d)

                Vorbereiten von Bestellungen.

 

(4) 1Die schriftliche Prüfung soll in den Prüfungsbereichen Produkte und gastorientierte Dienstleistungen, Warenwirtschaft sowie Wirtschafts- und Sozialkunde durchgeführt werden. 2Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

 

1.

        im Prüfungsbereich Produkte und gastorientierte Dienstleistungen:

1.1

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

1.2

        Einsatz von Geräten, Maschinen und Gebrauchsgütern, Arbeitsplanung,

1.3

        Grundtechniken der Verarbeitung ausgewählter Rohstoffe

2.

        im Prüfungsbereich Warenwirtschaft:

2.1

        Bedarfsermittlung und Lagerhaltung,

2.2

        Inventur,

2.3

        Preisermittlung

3.

        im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

        allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt.

 

(5) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

1.    im Prüfungsbereich Produkte und gastorientierte Dienstleistungen        90 Minuten,

2.    im Prüfungsbereich Warenwirtschaft    90 Minuten,

3.    im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde  60 Minuten.

 

(6) 1Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit " mangelhaft" und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens " ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit " mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. 2Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. 3Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

 

(7) 1Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und schriftlichen Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. 2Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit " ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

 

§ 14 Abschlußprüfung für den Ausbildungsberuf Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau

 

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in den Teilen I bis III der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

(2) Die Prüfung ist praktisch und schriftlich durchzuführen.

 

(3) 1In der praktischen Prüfung soll der Prüfling zeigen, daß er Gäste beraten, den Service planen und durchführen, Maschinen und Gebrauchsgüter wirtschaftlich und ökologisch einsetzen und Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Hygiene bei der Arbeit berücksichtigen kann. 2Er soll in insgesamt höchstens drei Stunden eine komplexe Prüfungsaufgabe sowie in höchstens drei Stunden zwei weitere Prüfungsaufgaben bearbeiten. 3Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

 

1.

        als komplexe Prüfungsaufgabe:

        Planen des Service für eine Veranstaltung. 2Hierzu sind ein Ablaufplan sowie Menüvorschläge einschließlich korrespondierender Getränke und eine Liste organisatorischer Vorarbeiten zu erstellen. 3Diese Aufgabe soll Ausgangspunkt für ein gastorientiertes Gespräch sein. 4Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er Leistungen anbieten und verkaufen kann. 5Innerhalb der Prüfungsaufgabe sollen höchstens 20 Minuten auf das Gespräch entfallen

2.

        als Prüfungsaufgabe 1:

        Servieren einer Menüfolge einschließlich korrespondierender Getränke

3.

        als Prüfungsaufgabe 2:

 

        a)

                Zubereiten von Getränken, Präsentieren und Servieren,

        b)

                Zubereiten von Speisen im Gästebereich, Präsentieren und Servieren oder

        c)

                Erstellen einer Abrechnung.

 

(4) 1Die schriftliche Prüfung soll in den Prüfungsbereichen Restaurantorganisation, Service sowie Wirtschafts- und Sozialkunde durchgeführt werden. 2Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

 

1.

        im Prüfungsbereich Restaurantorganisation:

1.1

        Führen einer Station,

1.2

        Angebotserstellung und Kalkulation,

1.3

        Arbeitsplanung,

1.4

        Aufbau und Gestaltung von Angebotskarten

2.

        im Prüfungsbereich Service:

2.1

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

2.2

        Einsatz von Geräten, Maschinen und Gebrauchsgütern,

2.3

        Arbeitstechniken,

2.4

        Produktpräsentation

3.

        im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

        allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt.

 

(5) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

1.    im Prüfungsbereich Restaurantorganisation      90 Minuten,

2.    im Prüfungsbereich Service    90 Minuten,

3.    im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde  60 Minuten.

 

(6) 1Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit " mangelhaft" und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens " ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit " mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. 2Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. 3Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

 

(7) 1Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und schriftlichen Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. 2Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit " ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

 

§ 15 Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf Hotelfachmann/Hotelfachfrau

 

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in den Teilen I, II und IV der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

(2) Die Prüfung ist praktisch und schriftlich durchzuführen.

 

(3) 1In der praktischen Prüfung soll der Prüfling zeigen, daß er Gäste empfangen und beraten, Aufgaben der Verkaufsförderung bearbeiten sowie Maschinen und Gebrauchsgüter wirtschaftlich und ökologisch einsetzen und Sicherheit und Gesundheitsschutz sowie Hygiene bei der Arbeit berücksichtigen kann. 2Er soll in insgesamt höchstens drei Stunden eine komplexe Prüfungsaufgabe sowie in höchstens drei Stunden zwei weitere Prüfungsaufgaben bearbeiten. 3Hierfür kommen insbesondere in Betracht:

 

1.

        als komplexe Prüfungsaufgabe:

        Planen einer verkaufsfördernden Maßnahme. 2Hierzu sind ein Ablaufplan und eine Liste mit Werbemitteln und Werbeträgern zu erstellen sowie Möglichkeiten der Erfolgskontrolle aufzuzeigen. 3Diese Aufgabe soll Ausgangspunkt für ein gastorientiertes Gespräch sein. 4Dabei soll der Prüfling zeigen, daß er Leistungen anbieten und verkaufen kann. 5Innerhalb der Prüfungsaufgabe sollen höchstens 20 Minuten auf das Gespräch entfallen

2.

        als weitere Prüfungsaufgaben:

 

        a)

                Erarbeiten einer Prüfliste, Kontrollieren und Herrichten eines Gastraumes anhand der Prüfliste,

        b)

                Arbeiten am Empfang,

        c)

                Bearbeiten einer Reklamation oder

        d)

                Servieren von Speisen und Getränken.

 

(4) 1Die schriftliche Prüfung soll in den Prüfungsbereichen Gästeempfang und Beratung, Marketing und Arbeitsorganisation sowie Wirtschafts- und Sozialkunde durchgeführt werden. 2Es kommen Fragen und Aufgaben, die sich auf praxisbezogene Fälle beziehen sollen, insbesondere aus folgenden Gebieten in Betracht:

 

1.

        im Prüfungsbereich Gästeempfang und Beratung:

1.1

        Umgang mit Gästen, Beratung und Verkauf,

1.2

        Reservierung und Abrechnung,

1.3

        Gästekorrespondenz

2.

        im Prüfungsbereich Marketing und Arbeitsorganisation:

2.1

        Einsatz von Geräten, Maschinen und Gebrauchsgütern, Arbeitsplanung und Arbeitstechniken,

2.2

        Personalplanung,

2.3

        Angebotserstellung und Kalkulation,

2.4

        Werbung und Verkaufsförderung,

2.5

        Reservierungsplanung

3.

        im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

        allgemeine wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt.

 

(5) Für die schriftliche Prüfung ist von folgenden zeitlichen Höchstwerten auszugehen:

1.    im Prüfungsbereich Gästeempfang und Beratung        90 Minuten,

2.    im Prüfungsbereich Marketing und Arbeitsorganisation        90 Minuten,

3.    im Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde  60 Minuten.

 

(6) 1Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit " mangelhaft" und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens " ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit " mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. 2Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. 3Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

 

(7) 1Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der praktischen und schriftlichen Prüfung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. 2Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit " ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

 

§ 16 Abschlußprüfung für den Ausbildungsberuf Hotelkaufmann/Hotelkauffrau

 

(1) Die Abschlußprüfung erstreckt sich auf die in den Teilen I, II und V der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

(2) Die Prüfung ist schriftlich in den Prüfungsbereichen Hotelbetrieb und Hotelorganisation, kaufmännische Steuerung und Kontrolle sowie Wirtschafts- und Sozialkunde und praktisch im Prüfungsbereich Praktische Übungen durchzuführen.

 

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

 

1.

        Prüfungsbereich Hotelbetrieb und Hotelorganisation:

        In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Gebieten

 

        a)

                Beschaffung und Lagerhaltung,

        b)

                Beratung und Verkauf,

        c)

                Personalwirtschaft,

        d)

                Arbeitsorganisation,

        e)

                Datenschutz und Datensicherung

 

        bearbeiten. 2Dabei soll er zeigen, daß er die fachlichen und rechtlichen Zusammenhänge des Betriebes versteht, Arbeitsabläufe analysieren und Lösungsmöglichkeiten entwickeln kann.

2.

        Prüfungsbereich kaufmännische Steuerung und Kontrolle:

        In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Gebieten

 

        a)

                Warenwirtschaft,

        b)

                Kosten- und Leistungsrechnung,

        c)

                Zahlungsverkehr und Kredit

 

        bearbeiten. 2Dabei soll er zeigen, daß er Aufgaben analysieren und Lösungsmöglichkeiten entwickeln sowie die Ergebnisse des Rechnungswesens anwenden kann.

3.

        Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

        In höchstens 60 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

 

(4) 1Im Prüfungsbereich Praktische Übungen soll der Prüfling eine von zwei ihm zur Wahl gestellten praxisbezogenen Aufgaben bearbeiten. 2Es kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

 

a)

        Einkauf,

b)

        Personal,

c)

        Kommunikation.

 

3Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende Prüfungsgespräch sein. 4Der Prüfling soll dabei zeigen, daß er betriebliche und wirtschaftliche Zusammenhänge versteht, Problemstellungen bearbeiten sowie Gespräche systematisch und situationsbezogen vorbereiten und führen kann. 5Das Prüfungsgespräch soll nicht länger als 30 Minuten dauern. 6Dem Prüfling ist eine Vorbereitungszeit von höchstens 15 Minuten einzuräumen.

 

(5) 1Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit " mangelhaft" und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens " ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit " mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. 2Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. 3Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

 

(6) 1Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der schriftlichen Prüfung und der praktischen Übung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. 2Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit " ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

 

§ 17 Abschlussprüfung für den Ausbildungsberuf Fachmann für Systemgastronomie/Fachfrau für Systemgastronomie

 

(1) Die Abschlussprüfung erstreckt sich auf die in den Teilen I, II und VI der Anlage aufgeführten Fertigkeiten und Kenntnisse sowie auf den im Berufsschulunterricht vermittelten Lehrstoff, soweit er für die Berufsausbildung wesentlich ist.

 

(2) Die Prüfung ist schriftlich in den Prüfungsbereichen Systemorganisation, Steuerung und Kontrolle, Personalwesen und Wirtschafts- und Sozialkunde sowie praktisch im Prüfungsbereich Praktische Übungen durchzuführen.

 

(3) Die Anforderungen in den Prüfungsbereichen sind:

 

1.

        Prüfungsbereich Systemorganisation:

        In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Gebieten

 

        a)

                Gastronomiekonzepte,

        b)

                Qualitätssicherung,

        c)

                Marketing,

        d)

                Aufbau- und Ablauforganisation

 

        bearbeiten. 2Dabei soll er zeigen, daß er die Grundlagen und Zusammenhänge dieser Gebiete versteht.

2.

        Prüfungsbereich Steuerung und Kontrolle, Personalwesen:

        In höchstens 120 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und Fälle aus den Gebieten

 

        a)

                Kostenkontrolle,

        b)

                Kennzahlen,

        c)

                Warenwirtschaft,

        d)

                Personaleinsatzplanung,

        e)

                Personalverwaltung und -beschaffung

 

        bearbeiten. 2Dabei soll er zeigen, daß er die Zusammenhänge dieser Gebiete versteht sowie Arbeitsabläufe analysieren und Lösungsmöglichkeiten entwickeln kann.

3.

        Prüfungsbereich Wirtschafts- und Sozialkunde:

        In höchstens 60 Minuten soll der Prüfling praxisbezogene Aufgaben und Fälle bearbeiten und dabei zeigen, daß er wirtschaftliche und gesellschaftliche Zusammenhänge der Berufs- und Arbeitswelt darstellen und beurteilen kann.

 

(4) 1Im Prüfungsbereich Praktische Übungen soll der Prüfling eine von zwei ihm zur Wahl gestellten praxisbezogenen Aufgaben bearbeiten. 2Es kommen insbesondere folgende Gebiete in Betracht:

 

a)

        Umgang mit Gästen,

b)

        Umgang mit Mitarbeitern,

c)

        Produkte, Produktpräsentation.

 

3Die Aufgabe soll Ausgangspunkt für das folgende Prüfungsgespräch sein. 4Der Prüfling soll dabei zeigen, dass er Produkte anbieten, Personalfragen bearbeiten sowie Gespräche systematisch und situationsbezogen vorbereiten und führen kann. 5Das Prüfungsgespräch soll nicht länger als 30 Minuten dauern. 6Dem Prüfling ist eine Vorbereitungszeit von höchstens 15 Minuten einzuräumen.

 

(5) 1Sind in der schriftlichen Prüfung die Prüfungsleistungen in bis zu zwei Prüfungsbereichen mit " mangelhaft" und in den übrigen Prüfungsbereichen mit mindestens " ausreichend" bewertet worden, so ist auf Antrag des Prüflings oder nach Ermessen des Prüfungsausschusses in einem der mit " mangelhaft" bewerteten Prüfungsbereiche die schriftliche Prüfung durch eine mündliche Prüfung von etwa 15 Minuten zu ergänzen, wenn diese für das Bestehen der Prüfung den Ausschlag geben kann. 2Der Prüfungsbereich ist vom Prüfling zu bestimmen. 3Bei der Ermittlung des Ergebnisses für diesen Prüfungsbereich sind die Ergebnisse der schriftlichen Prüfung und der mündlichen Ergänzungsprüfung im Verhältnis 2 : 1 zu gewichten.

 

(6) 1Die Prüfung ist bestanden, wenn jeweils in der schriftlichen Prüfung und der praktischen Übung mindestens ausreichende Leistungen erbracht sind. 2Werden die Prüfungsleistungen in einem Prüfungsbereich mit " ungenügend" bewertet, so ist die Prüfung nicht bestanden.

Fünfter Teil

Übergangs- und Schlussvorschriften

 

§ 18 Aufhebung von Vorschriften

 

Die bisher festgelegten Berufsbilder, Berufsbildungspläne und Prüfungsanforderungen für den Ausbildungsberuf Kaufmannsgehilfe im Hotel- und Gaststättengewerbe/Kaufmannsgehilfin im Hotel- und Gaststättengewerbe sind nicht mehr anzuwenden.

 

§ 19 Übergangsregelung

 

Auf Berufsausbildungsverhältnisse, die bei Inkrafttreten dieser Verordnung bestehen, sind die bisherigen Vorschriften weiter anzuwenden, es sei denn, die Vertragsparteien vereinbaren die Anwendung der Vorschriften dieser Verordnung.

 

§ 20 Inkrafttreten, Außerkrafttreten

 

Diese Verordnung tritt am 1. August 1998 in Kraft.

 

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